24.03.2014

Berufsbild: Qualitätsingenieur

Der Qualitätsingenieur steht im Zwiespalt zwischen Qualität, Zeit und Kosten. Bei Unternehmen ist die Wunschvorstellung oft optimale Qualität zu geringsten Kosten - und das am besten sofort. Doch in der Realität sieht dies etwas anders aus. Optimale Qualität lässt sich meist nur mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand realisieren. Bei möglichst geringen Kosten leidet oft die Qualität. Doch man muss ein gutes Mittelmaß finden. Denn: "90 % der Kunden, die mit der Qualität eines Produktes unzufrieden sind, werden dieses fortan meiden. Jeder dieser Kunden wird seinen Unmut bis zu 20 weiteren Personen mitteilen." Jeder Fehler über dem akzeptablen Durchschnitt führt zu einem Marktverlust zwischen 3-5%.

Medium quality time money Der Qualitätsingenieur steht im Zwiespalt zwischen Kosten, Zeit und Qualität. (Shutterstock / Velychko)

Der Qualitätsingenieur steht im Zwiespalt zwischen Qualität, Zeit und Kosten.

Bei Unternehmen ist die Wunschvorstellung oft optimale Qualität zu geringsten Kosten - und das am besten sofort. Doch in der Realität sieht dies etwas anders aus.

Qualität = ∑ Eigenschaften bzw. Güte eines Produktes

Optimale Qualität lässt sich meist nur mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand realisieren.

Bei möglichst geringen Kosten leidet oft die Qualität. Doch man muss ein gutes Mittelmaß finden.

Denn: "90 % der Kunden, die mit der Qualität eines Produktes unzufrieden sind, werden dieses fortan meiden. Jeder dieser Kunden wird seinen Unmut bis zu 20 weiteren Personen mitteilen." Jeder Fehler über dem akzeptablen Durchschnitt führt zu einem Marktverlust zwischen 3-5%.
Quelle: Vorlesung Produktion in der Elektronik - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Um hohe Qualität zu gewährleisten, gibt es in produzierenden Unternehmen (zumindest in den größeren) ganze Qualitätsabteilungen.

Hier arbeiten die Spezialisten, die sicherstellen, dass das Produkt am Ende des Tages auch so funktioniert, wie es soll: die Qualitätsingenieure.

Kurzdefinition: der Qualitätsingenieur

Ein Qualitätsingenieur hat die Hauptaufgabe, die Qualität im Unternehmen zu messen, zu beurteilen und bei Bedarf Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Hauptaufgaben des Qualitätsingenieurs

Um als Qualitätsingenieur erfolgreich zu sein, sind Kenntnisse der gängigen Methoden und Verfahren des Qualitätsmanagements (wie beispielsweise TQM, FMEAs, Systemanalysen, etc.) unabdingbar.

Zu den Hauptaufgaben zählt die Aufdeckung sowie Beseitigung von Fehlern im Prozess bzw. am Produkt.

Das Aufgabenspektrum eines Qualitätsingenieurs ist breit gefächert - nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Aspekte:

  • Aufspüren von technischen Mängeln

  • Aufspüren von Funktionsstörungen

  • Überprüfung, ob Qualitätsstandards (vgl. EN ISO 9000 ff.) eingehalten werden

  • Risikoanalyse

  • Analyse des Produktionsprozesses aus Sicht der Qualitätsabteilung

  • Einleiten von Verbesserungsmaßnahmen

  • Erstellen von Checklisten

  • Durchführung von Tests

  • Festlegung von Zeiträumen, bis wann die Probleme beseitigt werden müssen

  • Überwachung des jeweiligen Prozesses (z.B. Entwicklungsprozess)

  • Analyse von Qualitätsproblemen

  • Berechnung von Qualitätskennzahlen

  • Analyse kundenbezogener Qualitätsanforderungen

  • Planung und Umsetzung von qualitätssichernden Maßnahmen

  • Planung und Durchführung von internen Audits
Neben all diesen Punkten ist es zudem von großer Bedeutung, aktuelle Trends im Bereich der Qualitätssicherung sowie dem Qualitätsmanagement zu verfolgen, um auf dem neuesten Stand zu sein.

Anforderungen an den Qualitätsingenieur

Abhängig von der Branche und der Komplexität der jeweiligen Aufgabe, variieren die Anforderungen.

Üblich ist aber fast immer ein technisches Studium in der jeweiligen Branche (z.B. M.Sc. electrical engineering).

Zudem ist ein hohes technisches Verständnis und Kommunikationsstärke unabdingbar - denn technische Sachverhalte müssen verständlich kommuniziert werden können.

Da das Qualitätsmanagement sehr viel mit der Einhaltung von Richtlinien / Normen bzw. bestimmten Qualitätsgrenzen zu tun hat, sind zum einen Kenntnis der jeweils gültigen Normen sowie Prozesswissen zu Testverfahren von entscheidender Bedeutung.

Neben dem Basiswissen, welches man sich während dem Studium (oder der Ausbildung) aneignet, gibt es unzählige Qualitätsmanagement-Weiterbildungen. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass man diese Fortbildungen bei zertifizierten Unternehmen belegt.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich als Qualitätsingenieur?

Einerseits ist die Weiterentwicklung im jeweiligen Unternehmen denkbar - beispielsweise als Qualitätsmanager.

Andererseits kann man sich auch selbständig machen, um als externer Qualitätsingenieur z.B. Audits durchzuführen.

Doch warum braucht man überhaupt einen Qualitätsingenieur?

Die Bedeutung von Qualität (und somit die Bedeutung des Qualitätsingenieurs) für den Kunden lässt sich an Hand des Preisleistungsverhältnisses gut erklären.

Wenn wir - als Kunden - uns entscheiden, ob wir ein bestimmtes Produkt kaufen, spielen meist die beiden Faktoren Preis und Leistung eine große Rolle.

Eine Grundregel der BWL besagt, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

Doch es gibt noch einige andere relevante Aspekte, die große Auswirkungen auf den Preis eines Produktes haben:

  • Fertigungskosten (z. B. Materialkosten - vgl. Berufsbild des technischen Einkäufers, Anlagenkosten)

  • Gemeinkosten (z.B. Personalkosten, Energiekosten)

  • Gewinnaufschlag

  • Steuern
Auf die Leistung eines Produktes aus Sicht des Endkunden gibt es allerdings nur einen Haupteinflussfaktor: die Qualität.

Meine Zukunft im Qualitätsmanagement

Wenn Sie sich eine Zukunft im Bereich des Qualitätsmanagements als Qualitätsingenieur, Testingenieur oder Leiter einer Qualitätsabteilung vorstellen können, dann schauen Sie doch einmal in unserer Jobdatenbank nach aktuellen Stellenangeboten. 

Der Einfachheit halber wurde in diesem Artikel ausschließlich die männliche Version des Berufsbildes verwendet. Damit ist keinerlei Wertung verbunden. Alle Angaben gelten auch für die weibliche Form des Berufsbildes.


Autor: Nadja Eder


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