02.08.2012

Die Blue Card für Deutschland - Was steckt dahinter?

Medium blue card eu Muster einer Blue Card - das neue Ticket zu einem Job in Deutschland (Foto: Wikipedia / Bundesgesetzblatt 2012)
Seit dem 01.08.2012 können sich Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern um eine so genannte Blue Card für Deutschland bewerben. Dabei handelt es sich um eine Arbeitserlaubnis für Deutschland, die deutlich unkomplizierter und unbürokratischer erteilt werden kann, als das bisher der Fall war.


Voraussetzungen für die Blue Card


Voraussetzungen für die Arbeitserlaubnis sind ein Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber in Deutschland sowie ein Mindesteinkommen von 44.800 € brutto pro Jahr. In Berufen, die eine Mangel an deutschen Nachwuchs- und Fachkräften ausweisen - wie z.B. bei Ingenieuren, Ärzten, IT-Experten und Naturwissenschaftlern - liegt die entscheidende Gehaltsschwelle sogar nur bei knapp 35.000 € brutto im Jahr. Durch diesen Schritt sollen insbesondere auch ausländische Hochschulabsolventen für die Blue Card begeistert werden.

Zu Beginn ist die Arbeitserlaubnis auf maximal vier Jahre begrenzt. Kann der Bewerber jedoch nach 21 Monaten gute Deutsch-Kenntnisse vorweisen, so besteht die Möglichkeit die Arbeitserlaubnis in eine unbeschränkte Niederlassungserlaubnis umzuwandeln.

Erfolg ist ungewiss


Ob die Blue Card wirklich ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Insbesondere die niedrig angesetzten Mindesteinkommen lösten in den vergangenen Tage Kritik aus. Es fallen Begriffe wie "Lohn-Dumping". Außerdem werden hochqualifizierte Zuwanderer im Ausland bereits gut bezahlt und das bei deutlich geringeren Lebenshaltungskosten. Aufgrund der hohen und weiter steigenden Lebenshaltungskosten büßt Deutschland zumindest auf dem unteren und mittleren Gehaltsniveau einiges an Attraktivität ein.

Es liegt an den Unternehmen diese Hürden zu erkennen und gemeinsam mit den ausländischen Mitarbeitern zu meistern. Einige größere Unternehmen haben hierzu eigens eine Relocation-Abteilung gegründet, die den neuen Mitarbeitern dabei helfen soll, eine Wohnung zu finden, einen Kindergartenplatz für den Nachwuchs zu organisieren oder bei notwendigen Terminen auf dem Amt oder beim Arzt vermittelt.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler ist von der Notwendigkeit der Blue Card überzeugt. In einer Pressemitteilung des BMWi wird er wie folgt zitiert: "Deutschland braucht qualifizierte Fachkräfte. Sie sind die wichtigste Quelle für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Angesichts der demografischen Entwicklung sind wir neben unserem heimischen Fachkräftepotential immer stärker auch auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die gesetzliche Neuregelung ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung. Mit ihr wird der Einstieg in ein transparentes, an den Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes ausgerichtetes Aufenthaltsrecht geschaffen. Damit steigt die Attraktivität des Standortes Deutschland für qualifizierte Zuwanderer spürbar."

Wie die Unternehmen in Deutschland und die ausländischen Fachkräfte diesen "Schritt in die richtige Richtung" aufnehmen werden, bleibt abzuwarten.

Autor: Maximilian Hülsebusch 
Quelle: Pressemitteilung des BMWi vom 01.08.2012

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Autor: Max Hülsebusch


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