09.08.2012

Digitale Demenz - Computer beeinträchtigen Lerneffekt im Job

Medium gehirn small Computer beeinträchtigen unsere Lernfähigkeit. Wissenschaftler sprechen von einer "digitalen Demenz". (panthermedia.net / Sebastian Kaulitzki)
Unser Alltag ist inzwischen vollständig vernetzt. Smartphone, Laptop, Tablet & Co sind grandiose Wunder der Technik und zu unseren ständigen Begleitern geworden. Gerade im Job nehmen sie uns unendlich viele Dinge ab, die wir früher noch alle selbst machen mussten. Beispiele gefällig? Kopfrechnen, Übersetzen, offline Recherche, Korrektur lesen, Fotografien überarbeiten, usw. 

Das sind alles Prozesse die unser Gehirn und damit unser Gedächtnis gefordert haben. Heute hole ich mir mit wenigen Klicks den Taschenrechner, dict.leo.org, Google, die Rechtschreibprüfung und die Autokorrektur von Photoshop auf den Schirm und mein Gehirn muss lediglich das verarbeiten, was meine Augen dort fertig präsentiert bekommen.

Digitale Demenz - besonders für Kinder und Jugendliche eine Gefahr

Prof. Dr. Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie an der Universität Ulm, findet diese Entwicklung sehr bedenklich: „Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Studien, die belegen, dass digitale Medien unser Gedächtnis beeinträchtigen können.“ In Fachkreisen wird von einer "digitalen Demenz" gesprochen.

Diese Form der Vergesslichkeit betrifft nicht nur Personen im höheren Alter, wie z.B. bei der Altersdemenz üblich. Am meisten Sorgen macht sich Prof. Spitzer um die nachfolgenden, jungen Generationen, bei denen digitale Geräte und die damit verbundenen Anwendungen bereits von Kindheit an in den Alltag integriert sind.

„Wer Informationen googelt, speichert die Erkenntnisse mit nur geringer Wahrscheinlichkeit im Gehirn ab. Wer sich im Chat austauscht, statt Face to Face mit einem Gegenüber darüber zu sprechen, merkt sich Inhalte nicht so gut", erklärt der renommierte Gehirnforscher. "Das führt dazu, dass unser Gehirn nicht präzise arbeitet. Dieser Vorgang hemmt die Gehirnbildung langfristig und könnte verfrüht Symptome einer Demenz eintreten lassen. Nach einem aktuellen Bericht der Bundessuchtbeauftragten gibt es in Deutschland 500.000 Internet- und Computersüchtige sowie weitere 500.000 Gefährdete. Deshalb liegt es nahe, dass das Problem der digitalen Demenz in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen wird.“

Entgegen dem Trend - wieder mehr "offline" denken

Doch wie kann man diesem Trend entgegenwirken? Letztlich sind wir in unserem Job von der aktuellen Technologie ja absolut abhängig. Prof. Spitzer rät dazu, den persönlichen Umgang mit den Medien zu überdenken und seinem Gehirn Zeit zu geben, "offline" über bestimmte Dinge nachzudenken. Auch die Face-to-Face Kommunikation muss wieder vermehrt gepflegt werden und darf nicht von schnellen E-Mail oder Chat-Korrespondenzen abgelöst werden.

Autor: Maximilian Hülsebusch
Quelle: ELEKTRONIKPRAXIS vom 09.08.2012

Autor: Max Hülsebusch


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