04.11.2011

Gehalts-Check von ELEKTRONIKPRAXIS und semica erfolgreich gestartet

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Über 1000 Teilnehmer haben allein in den ersten zwei Wochen die gemeinsame Gehaltsumfrage von ELEKTRONIKPRAXIS und semica genutzt. Renate Schuh-Eder erläutert die Besonderheiten dieses Portals.

ELEKTRONIKPRAXIS: Frau Schuh-Eder, Sie sind Geschäftsführerin der Personal-beratung SCHUHEDER Consulting, die eng mit dem Gehaltsportal semica zusammenarbeitet. Sie und Ihr Team entwickelten mit der ELEKTRONIKPRAXIS die gemeinsame Gehaltsumfrage.

Im Internet tummeln sich ja bereits zahlreiche Gehaltsportale. Warum glauben Sie, dass es an der Zeit ist, einen weiteren Gehaltsreport in der Elektronikbranche zu etablieren?

Frau Schuh-Eder: Menschen haben nun mal das Bedürfnis sich zu vergleichen, ob bewusst oder unterbewusst. Das trifft besonders dann zu, wenn es um das Thema „Gehalt“ geht. Uns war natürlich klar, dass es bereits einige Online-Portale gibt, die einen Gehalts-Check oder einen Report zum Thema anbieten. Wir fanden jedoch, dass in keinem dieser Berichte bisher das Gehaltsgefüge der Elektronikbranche realistisch abgebildet wurde.

Entweder war die Grundmenge der Befragten zu klein oder es wurden nur die Arbeitgeber danach gefragt, welches Gehalt sie ihren Mitarbeitern zahlen. Uns war es aber wichtig von den Arbeitnehmern aus erster Hand zu erfahren, wie viel sie denn nun wirklich verdienen und wie zufrieden sie damit sind. Die Idee, die hinter dem Ganzen steckt, ist, den Ingenieuren einen Gehaltsreport an die Hand zu geben, der ausschließlich auf ihre Branche und ihr Fachgebiet ausgerichtet ist.

Warum sollten sich Ingenieure gerade für diesen Gehaltsbericht interessieren?

Vom ernsthaften Interesse in der Branche bin ich absolut überzeugt. Bereits an den ersten drei Tagen haben sich ca. 1000 Ingenieure an der Befragung beteiligt. Ich denke in der Elektronikbranche ist man es inzwischen leid, immer wieder die gleichen globalen Zahlen und Aussagen zu hören. Letztlich hilft das auch keinem weiter, weil in den vielen Artikeln zum Thema Gehalt Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Die Ingenieure sind so neugierig auf unseren Gehalts-Check, weil sie ein realistisches Benchmark für ihr persönliches Gehalt in Erfahrung bringen möchten. Das Gehalt ist allerdings sehr individuell, da so viele Faktoren abgewogen werden müssen.

Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen: Ist ein Ingenieur in der Entwicklung tätig oder im Bereich Vertrieb? Ist er ein Berufseinsteiger oder steht er kurz vor der Rente? Ist er ein technischer Spezialist oder ein Manager? Ist er an einen IG Metall Tarif gebunden oder gibt es bei ihm keinen Tarifvertrag? Arbeitet er im Norden oder Süden von Deutschland? Arbeitet er in der Großstadt oder im ländlichen Gebiet? Digital- oder Analogtechnik? Ist das Marktumfeld derzeit eher positiv oder negativ? Hat der eigene Arbeitgeber ein gutes Image oder gilt er eher als „schwierig“? Gibt es Zusatzleistungen oder nur Grundgehalt? Vermittelt der Arbeitgeber Sicherheit oder sitzen die Mitarbeiter permanent auf dem „Schleudersitz“?
Nur wenn ich diese Parameter berücksichtige, werde ich gute Anhaltspunkte für mein persönliches Gehalt bekommen. Ich kann also nur dafür plädieren, dass jeder Ingenieur an diesem Gehalts-Check teilnimmt. Je mehr Daten wir erheben können, desto aussagekräftiger wird die Auswertung.

Gegen Ende der Umfrage wird der Schwerpunkt der Fragen gezielt auf die Arbeitszufriedenheit gelenkt. Was hat das mit einem Gehalts-Check zu tun?

Wir wissen, dass der Faktor „Gehalt“ in der Motivationstheorie eigentlich eher ein so genannter "Hygienefaktor" ist. Das bedeutet, dass das Gehalt lediglich die Entstehung von Unzufriedenheit im Job verhindern, nicht aber unsere Zufriedenheit steigern kann. Entsprechend ist es uns wichtig herauszufinden, was die Fachkräfte in unserer Branche heute motiviert und was Ihnen wirklich wichtig ist. Zugleich versuchen wir in der Befragung herauszufinden, wie diese Wünsche oder Bedürfnisse vom aktuellen Arbeitgeber erfüllt werden. Davon erhoffen wir uns eine deutliche Aussage, die dann auch für die Arbeitgeber von großem Interesse sein dürfte.

Wenn ich mir heute die diversen Personalmarketing-Kampagnen der Unternehmen ansehe und sie in Relation damit bringe, was mir Bewerber in den Interviews mitteilen, glaube ich, dass die Marketingkonzepte oft in eine falsche Richtung gehen. Dies ist aber nur eine Beobachtung bzw. eine Vermutung meinerseits. Deshalb bin ich selbst schon auf ein valides Ergebnis im Rahmen der Umfrage gespannt.

Wann dürfen wir mit ersten Ergebnissen rechnen?

Mit der tatkräftigen Unterstützung des Marktforschers Matthias Thauer vom Vogel Verlag, werden wir den fertigen Bericht zum 01. März kommenden Jahres veröffentlichen. Die erhobenen Daten werden selbstverständlich alle anonymisiert und lassen auch im Abschlussbericht keinerlei Rückschlüsse auf den Befragten zu. Ich denke aus der Kombination von Marktforschung, Branchenkenntnis und der Beteiligung von zahlreichen Ingenieuren werden wir einen hochinteressanten Bericht erhalten.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Zur Umfrage: www.ingenieur-und-gehalt.de 

Autor: Max Hülsebusch


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