20.08.2015

Ingenieurdienstleister 2015: Komplexere Anforderungen, steigende Umsätze und unsichere politische Rahmenbedingungen

Medium engineering dienstleister front3 Trotz unsicherer politischer Rahmenbedingungen und komplexerer Anforderungen steigen die Umsätze. (Quelle: shutterstock / bikeriderlondon)
Die Anforderungen an Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services werden zunehmend komplexer. Auftraggeberunternehmen wollen zukünftig größere Aufgabenpakete (Workpackages) an die Dienstleister vergeben. So rechnen 94 Prozent der führenden von Lünendonk befragten Anbieter mit einer zukünftig stärkeren Vergabe von kompletten Workpackages. Dies ist eines der Ergebnisse der aktuellen Lünendonk-Studie „Führende Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Service“.

„Von der Beauftragung von Workpackages profitieren in erster Linie die Systemdienstleister, die mit eigenen Anlagen und Entwicklungsdiensten größere Aufgabenpakete übernehmen können“, beschreibt Hartmut Lüerßen, Partner bei Lünendonk und Studienautor, diese Entwicklung. Unternehmen, die stärker auf die Vermittlung von einzelnen Experten ausgerichtet sind, dürften infolge dieses Trends verstärkt Aufgaben in der Steuerung der externen Ressourcen für die Kundenunternehmen übernehmen. „Dass viele Anbieter hybrid aufgestellt sind und beide Varianten der Dienstleistung anbieten, widerspricht dieser Entwicklung nicht“, erklärt Lüerßen. Ein Unternehmen, das bei dem einen Kundenunternehmen überwiegend Workpackages bearbeite, könne bei einem anderen Auftraggeber als Ressourcendienstleister fungieren, so Lüerßen weiter.      

Dienstleister erwarten steigende Umsätze

Der Markt für Technologie-Beratung und Engineering Services ist im Jahr 2014 weiter gewachsen. Nach Schätzungen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk stieg das Marktvolumen um 5,0 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr 2015 rechnen die Anbieter von Dienstleistungen mit einem Umsatzwachstum von 7,3 Prozent, für das kommende Jahr 2016 sind die Erwartungen mit einem geplanten Umsatzwachstum von durchschnittlich 8,1 Prozent sogar noch optimistischer.  

Automobil- und Zulieferbranche als wichtigste Kundengruppe

Die wichtigste Kundengruppe der von Lünendonk befragten Dienstleister ist traditionell die Automobil- und Zulieferbranche. Durchschnittlich erzielten die analysierten Unternehmen 56,3 Prozent ihrer Umsätze mit Kunden aus dieser Branche im Jahr 2014. So verwundert es nicht, dass über die Hälfte der befragten Anbieter in den kommenden Jahren besonders in der Automobilbranche weitere Umsätze generieren wollen. Wichtige Treiber sind hier die Themen Elektromobilität, Leichtbauverfahren, Fahrer-Assistenzsysteme und die steigende Modellvielfalt. Zudem sehen sich die Automobilhersteller zunehmend regulatorischen Vorgaben ausgesetzt. Die Anforderung, den CO2-Ausstoß ab 2015 um jährlich 5 Prozent zu senken, lässt hier einerseits den Entwicklungsdruck steigen und führt andererseits zu einer wachsenden Nachfrage nach innovativen Lösungen sowie personeller Unterstützung durch die externen Anbieter.

Unsichere politische Rahmenbedingungen 

Etwa ein Viertel der Umsätze erwirtschaften die von Lünendonk analysierten Unternehmen mit Zeitarbeit (Arbeitnehmerüberlassung). Allerdings unterscheidet sich der Markt für Engineering Services erheblich von der klassischen Zeitarbeit aufgrund des hohen Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter, die überwiegend aus gut ausgebildeten Ingenieuren bestehen. Die Projekte sind geprägt durch längere Laufzeiten, insbesondere in der Automobilbranche oder der Luft- und Raumfahrt, wo Entwicklungsprojekte häufig über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren und länger laufen können. Die von der aktuellen Bundesregierung geplante Einführung einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten wäre infolgedessen für den Engineering-Markt und dessen Kunden sowohl schädlich als auch wenig sinnvoll – hier stimmen Auftraggeber und Dienstleister in der Bewertung überein

„Einsatzunternehmen könnten gezwungen sein, die im Laufe eines großen Entwicklungsprojektes eingesetzten Mitarbeiter künstlich austauschen zu müssen. Das würde zu höheren Projektkosten, längeren Projektlaufzeiten sowie zusätzlichen Lernkurven führen“, erklärt Lüerßen.

Studienbezug

Für die Lünendonk®-Studie 2015 „Führende Anbieter von Technologie‐Beratung und Engineering Services in Deutschland“ wurden 33 führende Unternehmen analysiert. Sie wurde in fachlicher Zusammenarbeit mit Akka/MBtech, Altran und Randstad Professionals erstellt und ist ab sofort unter www.luenendonk-shop.de verfügbar.

Die Lünendonk®-Studien gehören als Teil des Leistungsportfolios der Lünendonk GmbH zum „Strategic Data Research“ (SDR). In Verbindung mit den Leistungen in den Portfolio-Elementen „Strategic Roadmap Requirements“ (SRR) und „Strategic Transformation Services“ (STS) ist Lünendonk in der Lage, ihre Beratungskunden von der Entwicklung der strategischen Fragen über die Gewinnung und Analyse der erforderlichen Informationen bis hin zur Aktivierung der Ergebnisse im operativen Tagesgeschäft zu unterstützen.

Quelle: Pressemitteilung von Lünendonk® vom 19.08.2015


Autor: Max Hülsebusch


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