07.06.2013

Kommentar: Bewerbungen mit oder ohne Bild einreichen?

Wie wichtig ist das Foto in meiner Bewerbung? Kann ich es weglassen, ohne dass meine Bewerbung benachteiligt wird? Diese Fragen stellen sich aktuell viele Bewerber. In den vergangenen Monaten wurden in Deutschland erste politische Vorstöße unternommen, um die Anzahl von Diskriminierungsfällen bei Bewerbungen zu reduzieren. Die Arbeitgeber sollten im Rahmen von Studien für die Bearbeitung von - ganz oder teilweise - anonymisierte Bewerbungen sensibilisiert werden. Diese Ansätze sind lobenswert, allerdings ist man noch meilenweit davon entfernt, dass sie in der Industrie auch flächendeckend Anwendung finden. Nach wie vor ist die erste Frage, die in vielen Personalabteilungen gestellt wird, wenn eine Bewerbung ohne Bild eingeht: Warum ist hier kein Bild dabei?

Medium anonym bild Muss ich ein Bild in meine Bewerbung einfügen? (Bild: panthermedia.net / Fernando Gregory)
Wie wichtig ist das Foto in meiner Bewerbung? Kann ich es weglassen, ohne dass meine Bewerbung benachteiligt wird? 

Diese Fragen stellen sich aktuell viele Bewerber. In den vergangenen Monaten wurden in Deutschland erste politische Vorstöße unternommen, um die Anzahl von Diskriminierungsfällen bei Bewerbungen zu reduzieren. Die Arbeitgeber sollten im Rahmen von Studien für die Bearbeitung von - ganz oder teilweise - anonymisierte Bewerbungen sensibilisiert werden. Die Personalverantwortlichen wurden aufgefordert die Bewerbungen objektiv nach Leistung und Erfahrung zu beurteilen und nicht auf Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder körperliche Merkmale zu achten.

Diese Ansätze sind lobenswert, allerdings ist man noch meilenweit davon entfernt, dass sie in der Industrie auch flächendeckend Anwendung finden.

Der Zwiespalt in den Personalabteilungen

Nach wie vor ist die erste Frage, die in vielen Personalabteilungen gestellt wird, wenn eine Bewerbung ohne Bild eingeht: Warum ist hier kein Bild dabei?

Hat der Bewerber vielleicht etwas zu verheimlichen? War er (oder sie) zu faul ein professionelles Bild anfertigen zu lassen? Fühlt er (oder sie) sich unattraktiv oder übergewichtig? 

Es ist nur menschlich, dass einem sofort die verschiedensten Mutmaßungen durch den Kopf schießen und man sich sein eigenes Bild vom Bewerber erstellt. Gerade in einem professionellen Recruitingprozess müssten diese Vorurteile allerdings auf ein Minimum reduziert werden. Um den Recruitern dabei zu helfen, die eigenen Vorurteile abzubauen, ist es in anderen Ländern wie z. B. den USA bei vielen Unternehmen üblich, dass nur noch Bewerbungen ohne Foto und persönliche Angaben angenommen werden. 

Der Vorteil liegt - zumindest in der Theorie - auf der Hand: Wenn alle Bewerbungen anonym sind, kann der Personaler ganz objektiv nach fachlichen Kriterien auswählen und dann im Bewerbungsgespräch abklären, ob auch die Chemie zwischen dem Bewerber und dem Unternehmen stimmen würde. Im Gespräch kann der Bewerber außerdem durch seine Persönlichkeit unter Umständen noch einmal ganz anders überzeugen als auf dem Papier, was dazu beiträgt, dass Vorurteile abgebaut werden.

Einige deutsche Unternehmen sehen bei der Umsetzung in die Praxis allerdings große Hürden. Sie fürchten, dass die Selektion der Bewerbungen vor den Vorstellungsgesprächen behindert wird und letztlich zahlreiche Gespräche geführt werden, die eigentlich weder den Bewerber noch das Unternehmen weiterbringen. 

In der Elektronikbranche wiederum können manche Personalverantwortliche den Hype um die Anonymisierung und das Bewerbungsfoto gar nicht verstehen. Gerade in den tief technischen Entwicklungsberufen ist es ihnen relativ gleichgültig, ob der Bewerber attraktiv oder unattraktiv, dick oder dünn ist; Hauptsache das technische und fachliche Know how entspricht den Anforderungen des Unternehmens.

Fazit:

Solange das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben möchten, sowohl Bewerbungen mit Bild als auch ohne zulässt, ist es empfehlenswert, ein professionelles Bild in die Bewerbung zu integrieren. Ganz einfach aus dem Grund, dass Ihre Bewerbung nicht bei der ersten Vorabselektion auf dem "Absage"-Stapel landet - was leider noch häufig der Fall ist.

Am besten spielen Sie von Beginn an mit offenen Karten, denn in einem Unternehmen, das Sie aufgrund Ihres Fotos ablehnen würde, möchten Sie wahrscheinlich sowieso nicht arbeiten.

Autor: Maximilian Hülsebusch

Autor: Max Hülsebusch


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