01.08.2016

Manager im Portrait: Michael Dams

Wie bewältigen Manager die heutigen Anforderungen in der Elektronikindustrie, was bedeutet für sie "Führung" und welche Schwerpunkte setzen sie in ihrem Führungsalltag? Darüber sprachen wir mit Michael Dams, Geschäftsführer bei National Instruments in München. Im Video-Extra beschreibt er National Instruments als Arbeitgeber.

Medium michael dams Michael Dams studierte Elektro- und Informationstechnik an der TU München und trat 1990 bei National Instruments ein. Seitdem ist er maßgeblich am Aufbau der Niederlassung beteiligt.

Herr Dams, man liest aktuell viel über neue Anforderungen an Manager, Stichworte digitale Transformation, neue Mitarbeiter-Generationen Y und Z. Wie macht sich das für Sie persönlich bemerkbar? 

Michael Dams: Ich bemerke, dass die "Taktrate" gestiegen ist. Beispiel: Wir benutzen bei National Instruments die Plattform salesforce.com, eine Art "Facebook für Profis". Weltweit und über Zeitzonen hinweg finden Sie immer einen, der gerade an dem Projekt arbeitet und kurzfristig online reagiert. Das gleiche gilt für lokale und multinationale Conference Calls. Was bedeutet das für mich? Mein Team ist heutzutage so präsent wie nie, die Anzahl der Kanäle und damit die Zahl der Interaktionsmöglichkeiten ist gestiegen. Neu ist auch die Geschwindigkeit, mit der z.B. Änderungen eingefordert und auf den Weg gebracht werden. Das betrifft so auch alle Mitarbeiter.

Welche Führungsthemen finden Sie besonders wichtig? Ihr Führungsstil? 

Mitarbeiter zu motivieren, dass sie gemeinsam und mit Freude an den Zielen des Unternehmens arbeiten - das ist mir sehr wichtig. Ich versuche, diesen Stil durch Kommunikation, Information und Feedback zu pflegen. Die Entwicklung des einzelnen Mitarbeiters zu kennen und zu verfolgen. Vertrauen als Wert und auch als Führungs-Element. Das bedeutet, dass ich das Ziel vorgebe, aber die Art und Weise, wie es erreicht wird, dem Mitarbeiter oft selbst überlasse. Dafür benötigt es eine bestimmte Art von Mitarbeitern, die ich selbst mit aussuche. Ihr Zusammenspiel in der Gruppe ist wichtig: Mitarbeiter sind nicht per se gut oder schlecht, wichtig ist, wie die einzelnen Menschen die Gruppe insgesamt ergänzen, damit man gemeinsam ein Ziel erreicht. 

Haben Sie Vorbilder, die Sie bewundern? 

Keine Personen, nein. Aber ich mag prägnante Sätze. Einer meiner Leitsätze: "Nobody is perfect, but a team can be." Oder "Stay foolish, stay hungry", von Steve Jobs. Ich liebe solche Denkanstöße, die ich gerne auch mal in Bildern oder prägnanten Video-Ausschnitten verschicke, wie meine Kollegen wissen. 

Wer ist im Alltag Ihr Sparringspartner? 

Tatsächlich sind das meine Kollegen im Führungskreis bei National Instruments. Aber auch "Peers" in anderen Funktionen. Und auch die Personalabteilung. Nicht zuletzt meine Frau, eine Sozialpädagogin, die mich durch ihre Erfahrung erdet. 

Wie würden Sie sich als Chef beschreiben? 

Als kreativ, kooperativ, aber auch fordernd. Dabei suche ich Harmonie und Ausgleich, ich gehe auf meine Mitarbeiter ein, will sie auch schützen. Ich will, dass sie genügend Raum haben, "zu schwingen", wenn Sie verstehen, was ich meine. Es geht darum, eine Balance zu finden zwischen harten und weichen Zielen und Fähigkeiten. Denn nicht alles ist messbar und lässt sich in Zahlen ausdrücken. Deshalb lege ich auch sehr viel Wert und Aufmerksamkeit darauf, das richtige Personal am richtigen Platz zu haben.

Das kann manchmal dazu führen, dass ich vorschnell urteile, dem Betreffenden eine Aufgabe gar nicht erst anbiete, etwa, weil ich ihn als momentan ausgelastet betrachte oder mir seine Privatsituation als ungünstig dafür erscheint. Hier liege ich manchmal auch daneben, wie ich feststellen musste.

Wie halten Sie Balance in Ihrem Führungsalltag?

Ich fahre nicht mehr morgens um 6 Uhr los, arbeite den ganzen Tag und bin dann bis spät nachts unterwegs. Ich nehme meinen Jahresurlaub komplett und vermeide Telefonate während der Urlaubszeit. Ich treibe Sport, allerdings könnte es regelmäßiger sein. In der Freizeit und im Urlaub steige ich gerne aufs Rad. Dabei ist mein Antrieb der sportliche Anreiz und der Genuss in der Natur, d.h. ich führe die Herausforderungen im Beruf nicht in meiner Freizeit fort. Also lieber reisen als rasen.

Das vollständige Video finden Sie auf Youtube: Manager im Portrait: Michael Dams

Das Interview führte Corinne Schindlbeck   





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