03.08.2012

Neuer Online-Service: Anonyme Feedback-Mails an den Chef schicken

Medium anonym Auf http://tellyourbossanything.com können Mitarbeiter an ihrem Chef anonym Kritik üben und Feedback geben. (panthermedia.net / Marcin Sadlowski)
Das kanadische Start-up Happiily bietet jedem Arbeitnehmer die Möglichkeit über den Online-Service http://tellyourbossanything.com seinem Chef ein anonymes und ungefiltertes Feedback per Mail zu geben. Das Angebot trifft dabei auf eine ungeahnt große Resonanz.

Doch warum braucht man überhaupt so einen Service? Warum geht man nicht einfach zu seinem Chef und sagt ihm respektvoll, was einen stört oder belastet?

Das persönliche Gespräch zwischen dem Chef und seinen direkten Mitarbeitern ist für jedes Unternehmen eigentlich Gold wert. In der Theorie erfährt der Vorgesetzte im Rahmen der regelmäßigen Gespräche wo bei den Mitarbeitern der Schuh drückt und wo die Organisation optimiert werden kann, andersherum erhalten die Mitarbeiter Feedback zu ihrer Arbeit und zu künftigen persönlichen Zielen. In der Praxis sieht das Thema "Mitarbeitergespräch" leider etwas anders aus.

Mitarbeitergespräche werden vernachlässigt


In vielen Unternehmen hat das Management das Einholen von Feedback bei den eigenen Mitarbeitern sträflich vernachlässigt. "Vielerorts gibt es nicht einmal die jährliche anonyme Mitarbeiterbefragung und man konzentriert sich nur, wie Anordnungen optimal weitergegeben werden. Durch verlorenen Kontakt mit der Basis verlieren Entscheidungen oft den Rückhalt oder sind unvernünftig, was Motivation und Arbeitsleistung kosten kann", erklärt der Kommunikationsexperte Martin-Niels Däfler im Interview mit pressetext.

Erschwerend kommt hinzu, dass der direkte Vorgesetzte in größeren Konzernen oftmals in einem anderen Büro, einer anderen Stadt oder sogar einem anderen Land sitzt und das persönliche Gespräche somit die Ausnahme bildet. Wie soll man hier für kritische oder emotionale Themen den richtigen Rahmen schaffen?

Happiily möchte konstruktives Feedback fördern


Genau hier setzt Happiily mit seiner Website an. Firmengründer Tom Williams sagte gegenüber Bloomberg Businessweek: "Wir wollen Arbeitnehmern helfen, besonders emotionale Themen beim Namen zu nennen, die die Arbeitsleistung stören." Die Anonymität soll bei unangenehmen Themen eine Sicherheit vor möglichen Konsequenzen bieten.

Für Beleidigungen und Wutausbrüche ist der Service jedoch nicht gedacht. Durch einen Filter werden vulgäre oder gewalttätige Ausdrücke erkannt und der Versand der Mail verhindert.

Konstruktive Mails landen hingegen direkt im Posteingang des Chefs, der dem anonymen Mitarbeiter direkt auf das Feedback antworten kann. Für Arbeitnehmer ist der Service kostenlos. Die erste Feedback-Mail für den Chef ist ebenfalls kostenlos, sollte er oder sie jedoch weitere E-Mails über diesen Service erhalten und beantworten wollen, fällt eine Monatsgebühr von 20 $ an.

Das Konzept dieses Services ist interessant. Für den Arbeitgeber wäre es jedoch weit weniger ärgerlich und kostengünstiger, wenn er einfach wieder das direkte persönliche Gespräch mit seinen Mitarbeitern suchen würde. Denn dieses ehrliche Feedback - sofern es eine gemeinsame Vertrauensbasis hat - ist für ein Unternehmen unbezahlbar.

Autor: Maximilian Hülsebusch
Quelle: pressetext Meldung vom 03.08.2012

Autor: Max Hülsebusch


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