04.03.2015

Potentielle Arbeitgeber hinhalten- Tipps für das Jonglieren mit mehreren Jobangeboten

Medium arbeitgeber hinhalten news Arbeitgeber hinhalten - ein kompliziertes Luxusproblem (Bild: shutterstock / Ditty_about_summer)
Sie haben mehrere attraktive Jobangebote vorliegen und benötigen eine Strategie um die potentiellen Arbeitgeber hinzuhalten? Sicherlich ein Luxusproblem. Aber manchmal läuft es einfach wie am Schnürchen und auf das erste Bewerbungsgespräch folgt direkt ein konkretes Vertragsangebot. 

Trotzdem möchten Sie noch gerne die Gespräche mit den anderen Unternehmen abwarten. Das ist nur verständlich, besonders dann, wenn unter den Firmen Ihr Traum-Arbeitgeber dabei ist. Wie können Sie also vorgehen? 

Sollten Sie möglichst viel Zeit durch Ausreden schinden? Oder wäre es besser mit offenen Karten zu spielen und von den anstehenden Bewerbungsgesprächen zu erzählen? Oder doch lieber gleich auf Nummer sicher gehen und das Angebot unterschreiben? Kündigen kann man ja auch noch bevor man die Stelle antritt. 

Arbeitgeber hinhalten - Werden Sie sich der Risiken bewusst


Wenn Sie ein Unternehmen hinhalten müssen, sollten Sie sich immer der Risiken bewusst sein. Denn jede Taktik birgt Vor- und Nachteile.
  • OPTION I: Zeit schinden


    Auf Anrufe und E-Mails reagieren Sie immer erst ein paar Tage später. Sie entschuldigen sich mit aufwendigen Projekten und Dienstreisen für Ihren jetzigen Arbeitgeber oder mit privaten Zwischenfällen.

    Vorteil: Sie können tatsächlich einige Tagen oder sogar Wochen herausholen.

    Nachteil: Diese Strategie durchschauen Personalabteilungen in der Regel sehr schnell. Und eine längere Hinhaltetaktik kommt gar nicht gut an. Außerdem sind Ausreden und Lügen die wohl schlechteste Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit. 

  • OPTION II: Mit offenen Karten spielen


    Manchmal fragen die Personaler im Bewerbungsgespräch direkt nach, ob Sie noch andere Optionen offen haben. Es ist keine Schande zu zugeben, dass Sie sich bei mehreren Unternehmen beworben und Einladungen zu Bewerbungsgesprächen erhalten haben. Das zeigt, dass sich auch die Konkurrenz für Sie interessiert. Bleiben Sie jedoch bescheiden. Machen Sie Ihrem Gesprächspartner klar, dass Sie diese Position wirklich reizt und Sie sich eine Zusammenarbeit sehr gut vorstellen könnten. Sie möchten sich jedoch ganz bewusst für diese Position entscheiden und benötigen noch etwas Bedenkzeit.

    Vorteil: Sie bleiben ehrlich und öffnen sich dem Unternehmen. Die meisten Personaler schätzen Ehrlichkeit. Wenn Sie die Firma unbedingt als Mitarbeiter gewinnen möchte, wird man Ihnen deshalb eine gewisse Bedenkzeit einräumen. Dabei wird es sich jedoch eher um Tage als um Wochen handeln.

    Nachteil: Unter Umständen kratzen Sie mit dieser Strategie am Stolz des Personalers oder Geschäftsführers. Das kann zur Absage führen. Insbesondere dann, wenn es noch andere Kandidaten gibt, die in der engeren Wahl stehen.

  • OPTION III: Vertrag unterschreiben


    Sie geben der Personalabteilung eine mündliche Zusage und warten erst einmal auf die Vertragsunterlagen. Sofern Sie den Vertrag nicht direkt im Bewerbungsgespräch erhalten haben, kann das durchaus ein paar Tage dauern. Sollte Ihnen dieser Zeitraum nicht ausreichen, können Sie einen unterschriebenen Arbeitsvertrag natürlich noch vor Antritt der Stelle oder innerhalb der Probezeit wieder kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei Wochen und Sie müssen keinerlei Gründe angegeben.

    Vorteil:
    Durch diese Strategie verschaffen Sie sich meist ein paar Wochen Luft für weitere Bewerbungsgespräche. Sollten diese nicht zielführend sein, haben Sie dann immer noch einen Job in der Hinterhand. Das verschafft Sicherheit.

    Nachteil: Diese Strategie kann Ihren Ruf als Kandidat dauerhaft schädigen. Auch wenn Sie rechtlich gesehen keinen Fehler gemacht haben, wird Ihnen dieses Verhalten unter Umständen als "unehrlich" und "unfair"nachgetragen. Insbesondere in kleineren Branchen - wie z. B. der deutschen Elektronikbranche - spricht sich so etwas schneller herum, als man denkt.

Der Mittelweg als Option


Welche Option die Richtige ist, hängt sicherlich auch von der Art des Unternehmens und Ihrer Tätigkeit ab. Ein Mittelständler reagiert anders als ein Großkonzern. Ein Hardware-Entwickler - für ein bestimmtes elektronisches Bauteil -ist schwerer zu finden als ein Sachbearbeiter.

Dennoch scheint ein Mittelweg aus den oben genannten Strategien eine gute Wahl zu sein. So lange noch nichts unterschrieben wurde, befinden Sie sich offiziell in Vertragsverhandlungen - und die können sich durchaus ein bisschen hinziehen. Bleiben Sie dabei immer ehrlich und höflich. Pflegen Sie die Kommunikation mit dem Unternehmen. Schinden Sie unauffällig etwas Zeit, indem Sie Rückfragen zum Vertrag stellen und erst am späteren Nachmittag auf Rückfragen seitens des Unternehmens reagieren. Diese Strategie sollten Sie jedoch höchstens einen Monat lang anwenden. Dann gilt es die Karten auf den Tisch zu legen und eine Entscheidung zu treffen.

Autor: Maximilian Hülsebusch


Autor: Max Hülsebusch


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