03.06.2016

Fit für die Produktionsarbeit der Zukunft?

Eines steht fest, „Industrie 4.0“ wird die Produktionsarbeit verändern. Wie genau, das soll das neue »Future Work Lab« der Fraunhofer-Institute IAO und IPA demonstrieren, das im Herbst eröffnet wird. Unter anderem sollen sich Produktionsmitarbeiter dort informieren und neue Kompetenzen erwerben.

Medium fraunhofer future work lab »Future Work Lab« will neue Wege gehen, um Mitarbeiter für die digitale Arbeitswelt zu qualifizieren .

Mit (be-)greifbaren Demonstratoren, Angeboten zur Kompetenzentwicklung und Weiterbildung sowie einer Plattform für den wissenschaftlichen Austausch richtet sich das geplante »Future Work Lab« am Forschungscampus in Stuttgart-Vaihingen nicht nur an Industrie, Arbeitnehmerverbände, Politik und Wissenschaft, sondern auch an die Produktionsmitarbeiter der Zukunft. 

Ziel des im Herbst startenden Projekts ist es, produzierenden Unternehmen und deren Mitarbeitern Antworten auf Fragen rund um die digitale Fabrik zu bieten. Denn die Digitalisierung wird nicht nur die Arbeit in den Produktionshallen verändern, sondern auch Prozesse und Tätigkeiten, die indirekt damit verbunden sind. Mit neuen Technologien kommen neue Fragen auf: Wohin wird sich unsere Arbeit entwickeln? Sagen uns intelligente Maschinen künftig, was zu tun ist und bestimmen den Takt? Oder bestimmen Menschen die Abläufe und werden durch Maschinen optimal in ihrer Arbeit unterstützt? 

Dadurch entstehen ganz neue Formen der Arbeitsorganisation, beispielsweise, wenn sich Schichtarbeiter spontan per Smartphone absprechen, wie im Projekt »KapaflexCy« bereits umgesetzt. »Future Work Lab« will neue Wege gehen, um Mitarbeiter für die digitale Arbeitswelt zu qualifizieren und gleichzeitig das Potenzial neuer Technologien optimal einsetzen, um schneller, besser und, so die Fraunhofer- Initiatoren, „motivierender“ zu produzieren. Gleichzeitig wollen die beiden Institute als „Ideengeber für Industrie, Verbände, Gewerkschaften und Politik“ fungieren, als „Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik“. 

Unternehmen können die Leistungen des Future Work Lab über drei Wege nutzen:

- Im Demonstrationszentrum zeigen drei Parcours die gesamte Breite der Industriearbeit der Zukunf, welche Technologien und Anwendungen heute schon möglich sind und wie künftige Szenarien der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik aussehen können. »Unternehmen können in diesen drei Parcours die Zukunft der Arbeit direkt erleben und identifizieren«, so Dr. Moritz Hämmerle vom Fraunhofer IAO, der das Future Work Lab leitet. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, mit potenziellen Partnern in Kontakt zu treten und von deren Erfahrung zu profitieren.

- Mit »Fit für die Arbeit der Zukunft« bietet das Kompetenzentwicklungs- und Beratungszentrum Seminare, Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von produzierenden Unternehmen. Darüber hinaus entwickeln Experten des Zentrums gemeinsam mit Unternehmenspartnern gezielt individuelle Schulungskonzepte für die Industrie 4.0.

- Für den wissenschaftlichen Dialog und weitere Forschung rund um die Produktionsarbeit soll das Ideenzentrum für Arbeitsforschung »Work in progress« eine zentrale Plattform bieten. Mit der Platzierung direkt im Future Work Lab wollen die Projektpartner den schnellen Transfer von der Akademie in die Umsetzung gewährleisten. »Ziel des Ideenzentrums ist, uns mit der nationalen und internationalen Forschungscommunity weiter zu vernetzen. Dabei dient das Future Work Lab einerseits als Anknüpfungspunkt für externe Partner und Forschungszentren, andererseits bildet es die Grundlage für ganz neue Forschungsvorhaben«, erklärt Thilo Zimmermann, der das Projekt seitens des Fraunhofer IPA koordinieren wird.



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