25.11.2011

Rohde Schwarz - Etablierter Hersteller, Lösungsanbieter und Top-Arbeitgeber

Medium dr storn small
Rohde & Schwarz ist als Hardware-Hersteller weltbekannt. Doch nur wenige wissen, dass Rohde & Schwarz auch die benötigte Software selbst entwickelt. Herr Dr. Rainer Storn stellt das Unternehmen vor.

Rohde & Schwarz ist einer der führenden Lösungsanbieter in den Arbeitsgebieten Messtechnik, Rundfunk, Überwachungs- und Ortungstechnik sowie sichere Kommunikation. Darüber hinaus ist das Unternehmen aber auch ein gefragter Software-Hersteller. Herr Dr. Rainer Storn, Leiter der Entwicklung „Software Flugfunkradios“ berichtet im Interview mit der ELEKTRONIKPRAXIS über die neuesten Entwicklungen im Bereich Software und stellt zudem den Arbeitgeber Rohde & Schwarz vor.

ELEKTRONIKPRAXIS: Rohde & Schwarz ist ja eher als etablierter Hardware-Hersteller bekannt. Was macht man denn als Software-Entwickler bei diesem Unternehmen?

Dr. Rainer Storn: Die Entwicklung unserer Geräte hat sich im Laufe der Jahre sehr stark gewandelt. Beispielsweise betrug das Verhältnis von Hardware- zu Software-Entwicklungskosten bei den Funkgeräten früher 80/20, heute ist es 30/70. Das heißt, die Wertschöpfung durch Software hat jene durch Hardware bei weitem überholt. Wir erfahren auch einen deutlichen Wandel in der Software-Technologie. Während die Software-Anteile bei traditionellen Funkgeräten überwiegend in Assembler geschrieben waren, programmieren wir heute in C oder C++ und nur noch in geringem Maße in Assembler. Insbesondere in den modernen SDRs (Software Defined Radios = Softwarebasierte Funkgeräte) verfolgen wir weitestgehend objektorientierte Konzepte.

Software-Entwicklern bietet Rohde & Schwarz demnach vielfältige Herausforderungen und ein breites Aufgabenspektrum.


Ja, denn die funktionalen Anforderungen von SDRs sind so vielschichtig, dass man ein Fülle von Ingenieursdisziplinen beherrschen muss, um so ein Gerät bauen zu können. Das reicht von Betriebssystemen, Middleware und komplexen Zustandsmaschinen bis hin zu allen Schichten des OSI-Kommunikationsmodells. Man muss also als Funkgerätehersteller auch Signalverarbeitung, Codierungstheorie, Medienzugriffsverfahren, Netzwerk- und Verschlüsselungstechnologien beherrschen.

Gibt es noch weitere prägnante Software-Themen, die bei der Entwicklung von Software Defined Radios berücksichtigt werden müssen?


Bei der Konfiguration und Verwaltung von solchen Funkgeräten öffnet sich ein weiteres Feld, wenn diese in einem Netzwerkverbund arbeiten müssen. Dann hat man die Thematik Netzmanagement und kann auch Programmiersprachen wie Java oder C# antreffen. Was übrigens gerne vergessen wird, ist die Erstellung von automatischen Testsystemen, die quasi eigenständige Software-Projekte darstellen und einen erheblichen Anteil an den Software- Entwicklungskosten ausmachen. Dort eignen sich meist skriptbasierte Sprachen wie Python, Perl oder Tcl. Eine besondere Herausforderung stellt sich übrigens dadurch, dass Funkgeräte durch die Forderung nach kurzen Hochund Durchlaufzeiten vom Typ „embedded“ sind und dadurch besonders effiziente Programmierung verlangen, trotz moderner Software-Konzepte wie OOP. Zu guter Letzt fordern unsere Kunden hohe Qualität, so dass wir eine Entwicklung nach den Standards V-Modell, IEEE 12206 oder DO- 178B einhalten und nachweisen müssen.

Wie würden Sie Rohde & Schwarz als Arbeitgeber beschreiben?


Rohde & Schwarz ist ein sehr technikorientiertes Unternehmen, wo großer Wert auf Innovation und Qualität gelegt wird. Wir wollen unbedingt die Besten auf unserem Gebiet sein und Premiumprodukte herstellen. Bei uns kann man das Wissen, welches man sich im Studium angeeignet hat, wirklich einsetzen und muss es sogar beständig ausbauen, damit Hochtechnologie an vorderster Front entwickelt werden kann. Gleichzeitig ist Rohde & Schwarz als Familienunternehmen mit noch überschaubarer Größe immer noch sehr persönlich. Man kennt sich, schätzt und hilft sich, auch über Fachgebiete hinweg. Das sehe ich als große Stärke. Friedrich Schwarz, der Sohn des Firmengründers Hermann Schwarz, hat einmal gesagt, dass eines der wichtigsten Dinge der gegenseitige Respekt ist, und das wird bei uns wirklich gelebt. Man arbeitet miteinander und nicht gegeneinander.

Wie sind Sie zu Ihrer Position Leiter der Entwicklung Software Flugfunkradios bei Rohde & Schwarz gekommen?


Rohde & Schwarz hat für Führungspositionen ein Auswahlverfahren etabliert, wo man in einem Assessment Center einem Beobachtergremium seine Fähigkeiten beweisen muss. Zusammen mit dem Ruf, den man sich erarbeitet hat, gewinnen die Entscheider so ein recht umfassendes Bild eines Kandidaten für eine Führungsaufgabe, so dass die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlbesetzung deutlich reduziert wird. Natürlich musste ich mich ebenfalls einem solchen Assessment unterziehen und mich gegenüber anderen Kandidaten durchsetzen.

Was reizt Sie an Ihrer Stelle besonders?


Es gibt viele Dinge, die mir an meiner Aufgabe gefallen. Meine Position gibt mir die Möglichkeit zusammen mit Anderen Projekte durchzuführen und Zukunftstechnik zu gestalten, was ich alleine gar nicht schaffen könnte. Das geht nur im Team. Für mich fühlt sich ein gemeinsam zum Erfolg geführtes Projekt an wie der Gesamtsieg einer Fußballmannschaft in einem wichtigen Turnier.

Können Sie einen Ausblick geben, was die Zukunft für Software-Entwickler bei Rohde & Schwarz bereithält?


Die Komplexität der Software wird weiter 
zunehmen, wir haben jetzt schon Geräte mit mehreren Millionen Codezeilen. So etwas ist nur mit modernsten Software-Technologien beherrschbar, welche Wiederverwendbarkeit und Flexibilität unterstützen. Obwohl wir schon sehr hohe Qualitätsstandards einhalten müssen, wird die zunehmende Komplexität bei hoher Innovationsrate eine fortwährende Verfeinerung im Software-Engineering und Projektmanagement erfordern. Da wir immer versuchen, die Grenzen des technologisch Machbaren auszuloten, kann sich ein Software-Entwickler sicher sein, es stets mit moderner Hochtechnologie zu tun zu haben.

Die Komplexität der Software wird weiter zunehmen, wir haben jetzt schon Geräte mit mehreren Millionen Codezeilen. So etwas ist nur mit modernsten Software-Technologien beherrschbar, welche Wiederverwendbarkeit und Flexibilität unterstützen. Obwohl wir schon sehr hohe Qualitätsstandards einhalten müssen, wird die zunehmende Komplexität bei hoher Innovationsrate eine fortwährende Verfeinerung im Software-Engineering und Projektmanagement erfordern. Da wir immer versuchen, die Grenzen des technologisch Machbaren auszuloten, kann sich ein Software-Entwickler sicher sein, es stets mit moderner Hochtechnologie zu tun zu haben.

Ich bin überzeugt, dass die Wertschöpfung sich noch stärker in Richtung Software bewegen wird. Das hat einfach mit der Verfügbarkeit immer leistungsfähigerer Prozessoren und dem Wunsch nach noch mehr Funktionalität in allen Gebieten zu tun. Auch der Bereich Benutzeroberflächen gewinnt immer mehr an Bedeutung, wie man z.B. an den neuen RTO-Oszilloskopen von Rohde & Schwarz sehen kann, die mit Touch Screen Technologie ausgestattet sind. 

Autor: Max Hülsebusch


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