18.06.2012

Solarenergie - Die Zukunft hängt von der internationalen Zusammenarbeit ab

Medium erneuerbare energien 01 (panthermedia.net / Diego Cervo)
Vergangene Woche trafen sich in München wieder die wichtigsten Unternehmen der Solarbranche, anlässlich der Intersolar Europe 2012. Das Institute of Electrical and Electronics Engineers - kurz IEEE - nutzte die Fachmesse für die Präsentation seiner Untersuchungsergebnisse zu den Themen Wettbewerb, Herausforderungen und Wachstumschancen des Solarenergiemarktes.

Das Fazit der Studie lautet: Die Solar-branche befindet sich derzeit in einem internationalen Wachstum und damit im steigenden globalen Wettbewerb. Um die Branche jedoch langfristig zu stabilisieren, ist eine vermehrte weltweite Zusammenarbeit nötig. Nur so können in Zukunft eine nachhaltige und effektive Energieversorgung gewährleistet werden.

"Länder wie Deutschland, China und die USA verfügen bereits heute über sehr gute technische Standards, die das Wachstum des Solarmarktes unterstützen. Sie gehören zu den Ländern mit den höchsten Investitionen, um eine schnelle Akzeptanz und Marktdurchdringung im privaten und im gewerblichen Bereich zu fördern. Daher müssen diese Erfahrungen mit anderen Ländern geteilt werden, vor allem solchen, in denen die klimatischen Bedingungen sich am besten für die Solarenergie eignen. Die Zusammenarbeit aller wichtigen Marktteilnehmer und die Etablierung internationaler Standards kann diesem Markt auf jeden Fall zum Durchbruch verhelfen", erklärt Dr. Karl Weber, ein Mitglied des IEEE und Principal Expert Smart Grid des TÜV Süd.

Dr. Juris Kalejs, ebenfalls ein Mitglied des IEEE und CTO von American Capital Energy, hält eine enge internationale Zusammenarbeit ebenfalls für den wichtigsten Erfolgsfaktor: "Innovation ist eine kritische Komponente für den Erfolg jeder Branche. Aber im Markt für erneuerbare Energien verfügen wir bereits über höchst aktuelle Technologien. Nun müssen wir alle Märkte für die Adaption dieser hoch entwickelten Innovationen vorbereiten, indem wir international eng zusammenarbeiten. Das Smart Grid wird eine entscheidende Rolle bei der Verteilung der Solarenergie spielen. Indem Best Practices und Modelldaten ausgetauscht werden, kann eine effiziente Solarbranche entstehen, die in allen Ländern der Erde funktionieren wird."

Deutschland nimmt in Bezug auf die Technologieentwicklung weltweit eine Vorreiterrolle ein. Der Marktanteil deutscher Technologien im Bereich Photovoltaik liegt derzeit bei erstaunlichen 44 %. Dieser Sonderstatus ist zum Teil ein Effekt der bisherigen Unterstützung der deutschen Regierung.

Dr. Marko Delimar, Direktor EMEA des IEEE und Professor für Elektrotechnik und Computing bei der Universität Zagreb sieht jedoch auch einige Probleme auf die bisherigen Nutznießer der Subventionen zukommen: "Es gibt jedoch noch einen gegenteiligen Effekt: die Photovoltaik-Ausrüster sind keine Marktteilnehmer auf Augenhöhe. Daher müssen sie sich auf den Wettbewerb vorbereiten, der ihnen bevorsteht, sobald sie ihre privilegierte Stellung verlieren. Dies kann schneller als erwartet passieren, da Länder wie Spanien oder Griechenland die Unterstützung der Solarenergie durch die Regierung bereits reduziert oder sogar gestoppt haben."

Ob sich der Solarmarkt in den nächsten Jahren, ungeachtet von Förderungspaketen durch Regierungen, positiv entwickeln wird, hängt somit, laut IEEE, in erster Linie davon ab, das Technologiewissen zu teilen und auf internationaler Ebene enger zusammenzuarbeiten.

Autor: Maximilian Hülsebusch
Quelle: Pressemitteilung des IEEE, Juni 2012

Autor: Max Hülsebusch


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