27.07.2012

Tele-Bots auf dem Vormarsch - Gefahr für die Jobsicherheit?

Medium ed pediatric2 split webres small In der Medizin sind Tele-Bots bereits Realität. (Bild: InTouch Technologies)
Menschen sind von Robotern fasziniert. Im Rahmen des Genres "Science Fiction" eroberten die Roboter die Literatur, das Kino und den Markt für Videospiele. In den vergangenen Jahren wurde das "Fiction" jedoch immer weniger und echte Roboter übernehmen nun bereits vermehrt Aufgaben in unserem Alltag - wie z.B. Staubsaugen - aber auch riskante Jobs via Fernsteuerung - wie z.B. das Entschärfen von Bomben.

Tele-Präsenz schon weit entwickelt

Auch auf dem Gebiet der Tele-Präsenz wurden in den vergangen Jahren große technologische Fortschritte erzielt. Die Tele-Präsenz ermöglicht es Menschen aus großer Entfernung via Roboter bestimmte Aufgaben oder Berufe zu erledigen. Inzwischen wurden diese ferngesteuerten Technik-Avatare so weit entwickelt, dass selbst Jobs, die bislang als auslagerungsresitent galten, problemlos erledigt werden können.

In der Medizin & Forschung ist diese Technologie z.B. bereits Realität. So engagiert sich derzeit insbesondere das Unternehmen iRobot zusammen mit dem Kooperationspartner InTouch Health in diesem Markt.

Jobabwanderung durch Roboter?

Obwohl sich die Technologie rasend schnell entwickelt, geben Experten für die nächsten Jahre noch Entwarnung. Sie sehen keine Indizien dafür, dass durch den Einsatz von Tele-Bots mehr Jobs in Billiglohnländer ausgelagert und die Tätigkeiten via Roboter von dort aus erledigt werden.

"Dienstleistungen, die körperliche und persönliche Intervention erfordern, sind meiner Meinung nach nicht von Auslagerung in andere Länder bedroht. In vielen Bereichen, etwa Altenpflege, ist es auch fraglich, ob die nötige Akzeptanz in der Gesellschaft gegeben ist. Die Folgen technologischer Innovationen sind aber oft schwer abschätzbar. Wie sich die Situation in zehn Jahren präsentiert, kann aus heutiger Sicht nicht abgeschätzt werden", erklärt Werner Eichhorst, stellvertretender Direktor für Arbeitsmarktpolitik beim Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, in einem Interview mit pressetext.

Datenverbindung problematischer als Robotertechnik

Ein Hindernis, das die Tele-Präsenz via Roboter erst noch überwinden muss, ist die einer flächendeckend leistungsfähigen Datenverbindung. Um eine genaue Steuerung der Bots aus großer Entfernung garantieren zu können, sind Datenverbindungen mit großen Bandbreiten und geringen Latenzzeiten notwendig. Damit die Aktionen des Roboters in Realtime und flüssig ablaufen, wäre eine Bandbreite von 160 Megabit pro Sekunde erforderlich. Insbesondere in den Billiglohnländern, von denen aus die Roboter einmal gesteuert werden sollen, sind derartige Bandbreite in den nächsten Jahren noch unrealistisch.

Sobald sich die Robotertechnik und die Infrastruktur der Datenverbindung auf einem Level befinden, kann jedoch mit einer Auswirkung auf den Arbeitsmarkt gerechnet werden.

Werner Eichhorst kommentiert diese These folgendermaßen:"Solche Auslagerungswellen gab es schon früher, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt können für einzelne Berufsgruppen sehr deutlich sein. Das heißt aber nicht, dass es insgesamt weniger Arbeit gibt. Durch den Strukturwandel entstehen auch neue Jobs. Sorgen müssten sich lediglich Personen machen, die für keine anderen Jobs qualifiziert sind."

Autor: Maximilian Hülsebusch
Quelle: pressetext / 23.07.2012; Technology Review / 07.02.2012


Autor: Max Hülsebusch


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